start up of the week #18 functionalaesthetics

functionalaesthetics, das sind Chris Bleuel, Magdalena Cuber und Michael Ruß. Und eigentlich noch viele mehr, denn eine der Kernkompetenzen der drei Kommunikationsdesigner ist, immer die richtigen Leute zusammenzusammeln, um interaktive Projekte aus einer Hand umzusetzen.

Magdalena, wieso heißt ihr functionalaesthetics?

Chris und ich haben vor unserer Selbständigkeit in Berlin zusammen in einer Agentur gearbeitet
und schon dort gemeinsam digitale Projekte realisiert. Wir hatten dabei immer dieselbe Überzeugung,
nämlich dass jedes Produkt – sei es eine Webseite, eine Iphone-App oder ein Bedienelement einer
Waschmaschine – nur gut ist, wenn Funktionalität und Design zusammenpassen. Bei vielen Produkten, die auf dem Markt sind, ist das nämlich nicht der Fall. Deswegen betrachten wir genau das als unsere Aufgabe: Lösungen zu finden, die sich allen Anwendern von selbst erschließen und Spaß beim

Bedienen bereiten.

Welche Art von Produkten realisiert ihr?

Wir machen eigentlich alles, was im weitesten Sinne digital ist, von Webseiten – Intranet und Extranetlösungen mit und ohne interaktive Funktionen – über Apps für Ipads und Iphones, Android-Programmierung für andere Smartphones bis hin zu Videoprojektionen auf Wände. Meistens sind die Projekte sehr komplex und enthalten mehrere dieser Komponenten. Ganz egal aber, um was es sich handelt, wir bieten von der Konzeption über das Design bis hin zur Programmierung alles an.

Immer die richtigen Leute dafür zu finden ist eine eurer Kernkompetenzen

Wir sind der Überzeugung, dass das Projekt immer im Zentrum steht und dass man solch komplexe Projekte nur interdisziplinär lösen kann. Wir gehen also immer vom Projekt aus und suchen dann die geeigneten Leute dafür zusammen. Diese Teams, die dann meisten aus Konzeptern, Informationsarchitekten, Strategen, Designern und Programmierern bestehen, arbeiten dann beim Kunden vor Ort. Wir selbst, das Kernteam – Chris und ich seit Anfang des Jahres, Michael ist vor drei Monaten dazugekommen. Wir würden das gar nicht schaffen.

Wieso seid ihr damals ins betahaus gezogen?

Räume zu mieten war bisher absolut überflüssig. Wir arbeiten ja oft wochenlang bei einem Kunden, brauchten deswegen eine flexible Lösung, die nicht unnötig Geld verschlingt. Das betahaus war das perfekte Angebot: Hier haben wir einen flexiblen Schreibtisch, an dem wir an fünf oder sechs Tagen im Monat die Dinge erledigen können, die wir nicht beim Kunden machen.

Wie wird es weitergehen mit functionalaesthetics?

Wir wollen und müssen wachsen, denn die Nachfrage ist sehr groß. Es gibt einfach nicht so viele Spezialisten auf dem Gebiet der interaktiven Anwendungen. Deswegen wollen wir sowohl unser Netzwerk erweitern als auch das Kernteam vergrößern. Jeder, der dazu kommt sollte aber unsere Vision teilen, nämlich dass Projekte sich interaktiv und im Team am besten realisieren lassen. Außerdem war und ist uns extrem wichtig, dass wir alle auch weiterhin Spaß an der Arbeit haben und entspannt zusammenarbeiten.

Startup of the Week #17 Puzzlemap

Um seinen Schülern die Geografie Englands ins Gedächtnis zu meißeln, malte ein englischer Geografielehrer sämtliche Grafschaften vor rund 200 Jahren auf Holz auf, zersägte sie und ließ sie von seinen Schülern wieder zusammensetzen. Damit erfand er das Puzzle. Andreas Stammnitz kannte diese Geschichte nicht, hatte aber – viel später – dieselbe Idee. Seit eineinhalb Jahren denkt er sich mit seinem Unternehmen PuzzleMap Puzzlemotive aus, mit denen man etwas lernen kann. Bisher auf dem Markt sind vier Städtepuzzle, eine Karte mit dem Autobahnnetz Deutschlands und ab kommender Woche ein Puzzle über deutschen Weine.

Andreas, wie kam es zu der Idee von PuzzleMap?

Das war zunächst vor allem persönlich motiviert. Ich wollte schlicht und einfach ein Puzzle mit dem Stadtplan Berlins haben, denn so etwas kannte ich aus London, wo ich eine Zeit lang gelebt habe. Die Idee, eine Karte zu puzzeln hatte mich damals begeistert. So schult man das innere Navigationssystem und lernt außerdem ganz konkret eine Stadt besser kennen. In unsere Motive bauen wir aber zusätzlich noch weitere Informationen ein, so dass der Puzzler sogar noch mehr lernt – und zwar mit einem Spiel, das jeder intuitiv versteht. Jeder Mensch weiß, wie man puzzelt.

Trotzdem hat esnach London aber noch einige Jahre gedauert, bis du PuzzleMap gegründet hast.

Ja, ich musste noch ein bisschen Mut finden, meine Festanstellung bei Bertelsmann aufzugeben. Das Unternehmertum hatte mich zwar schon seit meiner Jugend fasziniert, dennoch war ich erst einen anderen Weg gegangen. Obwohl es eine gute Zeit war, habe ich dann aber nach zehn Jahren bei Bertelsmann gemerkt, dass ich es irgendwann bereuen würde, wenn ich nicht einmal in meinem Leben der Selbstständigkeit eine Chance gegeben habe. Im Sommer 2010 habe ich PuzzleMap gegründet, wenige Monate später das erste Städtepuzzle auf den Markt gebracht.

Und seither fünf weitere – das klingt nach viel Arbeit.

Bisher haben wir Städtpuzzles von Berlin, Hamburg, München und Frankfurt, außerdem ein Puzzle mit dem Autobahnnetz Deutschlands. Unser sechstes bringen wir noch diese Woche und damit pünktlich zum Weihnachtsgeschäft raus. Da geht es um deutsche Weine. Die Karte zeigt sämtliche Weinregionen Deutschlands, gibt außerdem Informationen zu den verschiedenen Rebsorten, zu Weinlagen und zu touristischen Zielen rund um das Thema. Dennoch hätte ich aber sehr gern schon viel mehr Motive auf dem Markt. An Nordrhein-Westfalen müssen wir dringend ran, da wohnen einfach so extrem viele Menschen …

Aber ihr seid auch nur ein kleines Team.

Außer mir – ich kümmere mich um den Vertrieb, die Produktstrategie und die inhaltliche Ausrichtung – arbeitet noch Daniela Rattunde im betahaus. Sie sorgt vor allem dafür, dass der operative Betrieb läuft und recherchiert viele Dinge. Außerdem haben wir noch einen Designer, der in Frankfurt ist und arbeiten zudem mit zwei wichtigen Dienstleistern zusammen. Einer liefert uns die Kartografie, der zweite produziert die Puzzles. Beide sind in Deutschland – alle unsere Puzzles sind also vollkommen Made in Germany.

Was kommt nach dem Weinpuzzle?

Wir haben viele Ziele für das kommende Jahr. Natürlich werden wir weitere Motive auf den Markt bringen, und zwar nicht mehr nur für Deutschland. Das Weinpuzzle etwa lässt sich wunderbar auch für andere Länder machen. Außerdem wollen wir uns auch dem Thema elektronische Medien annehmen – zum Beispiel mit einer PuzzleMap-App. Zwar ist es schwierig, auf dem kleinen Display eines iPhones oder iPads zu puzzeln, trotzdem aber werden wir ein gutes Produkt dafür entwickeln, da bin ich sicher. Auch über User Generated Content denken wir nach, denn ein Stadtpuzzle kann ja auch durch den Input vieler verschiedener Menschen entstehen. Und unseren Vertrieb wollen wir weiter professionalisieren – am besten mit starken Partner. Last but not least: Ab kommender Woche haben wir auf unserer Website endlich auch einen richtigen Shop – und können beginnen, ernsthaft Online-Marketing zu betreiben.

Das Interview führte Sandra Middendorf.

Start up of the Week #16 – Glutamat

Franziska Müller und Julia Sommerer von Glutamat

Ob Spielwiese, Kontaktbörse, Informationsquelle oder Kaufhaus – Glutamat konzipiert Online-Auftritte jeder Art. So breit jedoch diese Palette scheint, so passgenau schneiden die beiden Gründerinnnen Julia Sommerer und Franziska Müller ihre Produkte auf den Kundenwunsch zu.

Ihr konzipiert Online-Auftritte und füllt sie mit Content – das ist an sich keine ganz neue Idee

Julia: Das ist richtig, allerdings gibt es nur sehr wenige, die so stark inhaltsgetrieben an diese Aufgabe herangehen wie wir es tun. Die meisten Kunden wissen nicht, wie sie ihre Inhalte im Internet kommunizieren müssen, dass Form und Inhalt immer zusammenpassen müssen. Dafür sorgen wir. Unsere Aufgaben sind dabei zwar klar verteilt –  ich bin vor allem für die Konzeption zuständig, Franziska kümmert sich zusammen mit einem Team von Redakteuren um die Texte – trotzdem arbeiten wir sehr eng zusammen. Denn grade im Online-Bereich passiert es ja manchmal, dass Seiten zwar technisch perfekt gebaut sind, aber völlig ungeeignet sind, um die Inhalte gezielt zu präsentieren.

Du sagst, ihr arbeitet mit einem Team von Redakteuren –  das heißt, dass Texten einen Großteil eurer Arbeit ausmacht?

Franziska: Ja, das reicht vom einmaligen Texten für einen statischen Auftritts bis dahin, Seiten tagtäglich mit neuen Nachrichten und Geschichten zu versorgen. Das etwa machen wir seit Anfang an beispielsweise für Yahoo. Aufträge dieser Art waren es vor zwei Jahren auch, die uns darin bestätigten, uns selbstständig zu machen. Durch sie konnten wir planen und sogar mehr Leute beschäftigen.

Ihr seid schnell gewachsen.

Julia: Wir sind gewachsen, aber nicht zu schnell. Wir haben uns zwar stetig, aber vorsichtig vergrößert, die Aufträge erst alleine bearbeitet, Vertrauen zu den Auftraggebern aufgebaut und erst dann Leute dazugeholt. Heute sind wir insgesamt fünf, die jeden Tag hier im Betahaus arbeiten. Dazu kommen noch vier Freie, die ab und zu etwas schreiben. Außerdem eine Projektmanagerin, die mich unterstützt. Und natürlich Programmierer oder Grafiker, die wir uns für einzelne Aufträge dazu holen.

Macht ihr genau so weiter?

Franziska: Ja und nein. Einerseits werden wir natürlich das ausbauen, was wir gerade machen, um unsere Grundlage zu erhalten. Im Januar aber wollen wir auch noch ein zweites Unternehmen gründen. Mit ihm wollen wir Kunden anbieten, uns um solche Inhalte zu kümmern, die Nutzer selbst generieren. Von Kommentaren über Blogs bis hin zu Bewertungsforen wollen wir alle Arten von Web 2.0-Seiten sichten, bewertet und gegebenenfalls auch moderieren. Denn das passiert noch viel zu selten.

Das Interview führte Sandra Middendorf.


Startup of the week – #15: Konsole Labs

Max an seinem Desk im betahaus.

Wer und was ist Konsole Labs?

Konsole Labs besteht aus Tony und mir: Max. Tony wohnt in Dresden und ich in Berlin. Der Name entstand aus dem Begriff „Konsole“, der Eingabemöglichkeit für Befehle und „Labs“ von Labor (laboratory). Der Name soll verdeutlichen, dass wir keine Microsoft Office User sind, sondern eher die Programmierer von neuen Ideen. Wir stellen keine Spielkonsolen her, wie man bei dem Name „Konsole“ vielleicht denken könnte, sondern arbeiten in dem Bereich der mobilen Datenerfassung & Datenverarbeitung für die Bereiche Lagerverwaltung & Facility-Management sowie  der App Programmierung für iOS, Android usw. Wir identifizieren uns mit unseren Produkten und lassen unsere Ideen in diese mit einfließen, so dass am Ende ein „perfektes Tool“ für den User entsteht. Wie z.B. bei dem Radiorekorder für YOU FM. Im Laufe des Projekts sind viel mehr Funktionen rein programmiert worden als ursprünglich geplante „pure Stream abspielen“. Jetzt hat er ist viel mehr Funktionen für Erinnerung an das Lieblingslied, Podcasts, Videos und News.

Wie kam es zur Gründung von Konsole Labs?

Tony und ich kennen uns schon seit über  10 Jahren. Im April diesen Jahres war der Moment einfach da, so dass wir beide den bisher die sporadische Zusammenarbeit in eine Partnerschaft wandelten. Unser Unternehmen funktioniert, es läuft jetzt schon im 6. Monat.

Wie macht ihr Werbung für euer Unternehmen?

Wir machen Werbung durch Mundpropaganda, über alte Kunden und ein bisschen SEO. Auf aktive Werbung, durch Flyer oder was auch immer haben wir bis jetzt verzichtet. Es wäre sicherlich eine Möglichkeit, aber nicht jetzt.

Unsere Produkte, die ganzen rbb Apps, sind aber die beste Werbung für uns.

Wie sieht die Zukunft von Konsole Labs aus?

Fürs erste sind keine eigenen Büros geplant, da es mir hier im betahaus sehr gefällt. Die Umgebung hier am Moritzplatz ist spannend und es ist eine entspannte Arbeitsatmosphäre. Wir wollen weiterhin ein Teil davon sein. Alles weitere lass ich auf mich zukommen.

Wie seid Ihr im betahaus gelandet?

Vor zwei Jahren habe ich eine Reportage über das betahaus gelesen und bin dadurch zu einem Probetag im Februar hier gekommen. Nach der GmbH-Gründung im Mai haben wir dann hier unterschrieben. Die beste Lösung für das Problem „kein Büro“, die wir finden konnten, da hier im betahaus, wie gesagt eine angenehme Arbeitsatmosphäre vorhanden ist und man hervorragend Netzwerken kann.

Mehr Infos unter www.konsole-labs.com

Das Interview führte Marvin Hettmanczyk